Sonntag, 13. Juni 2021

Roman: Vera Buck "Der Algorithmus der Menschlichkeit"

 [Werbung, Rezensionexemplar des Bloggerportals]


  Vera Buck "Der Algorithmus der Menschlichkeit"
 

(
© Limes Verlag)

Erscheinungstermin: 22. März 2021
Verlag: Limes
Format: Hardcover
Reihe: /
Seitenzahl: 384
Preis: 20,- €

"
Wer Mari begegnet, dem fällt auf, dass sie intelligent ist und fast gespenstisch makellos. Aber auch, dass sie Witze nicht versteht, und alles sehr rational sieht. Und wer sie besser kennenlernt, dem fällt auf, dass Mari weder Schlaf noch Nahrung braucht. Denn Mari ist nur fast ein Mensch. Ihre künstliche Intelligenz lernt ständig dazu, um eine Aufgabe zu erfüllen: den Menschen glücklich zu machen. Doch als Mari nach einer unglücklichen Verkettung von Umständen mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen Menschen, darunter der rebellischen Bloggerin Frieda und dem einsamen Studenten Linus, in einer Berliner Wohnung landet, erkennt sie, dass ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Die Welt folgt ihrer eigenen Logik, die Wünsche der Menschen sind irrational, und Mari muss begreifen dass es eine Welt jenseits der beweisbaren Fakten gibt. Wie soll sie Wesen glücklich machen, die keine Ahnung haben, was sie wollen? Doch dann kommt sie auf eine Lösung, mit der kein Mensch gerechnet hätte …"


Zur Autorin:
Vera Buck studierte Journalistik und Scriptwriting und verfasste bereits während des Studiums Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Später schrieb sie Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. [Vergleiche: https://www.penguinrandomhouse.de/Autor/Vera-Buck/p560198.rhd, 12.06.2021, 16:13 Uhr]
 
Zum Cover: 
Das Cover ist sehr schlicht gehalten in einem beige Ton mit Akzenten in hellen Farben. Zu sehen sind die Umrisse einer gezeichneten Frau und eines Mannes. Meine Aufmerksamkeit hat das Cover so nicht auf sich gezogen. Erst der Klappentext machte es für mich interessant. Danach fand ich auch das Cover ganz hübsch.

Zum Buch: 
Zu Beginn des Buches finden wir uns in so einer Art Nachtclub mit angeschlossenem Bordell wieder. Außer der Chefin arbeiten dort offensichtlich ausschließlich Fembots und ein männliches Exemplar dieser künstlichen Intelligenzen. Es wird beschrieben, welche Möglichkeiten sie haben und wie selbstständig sie sind. Dabei wird schnell deutlich, dass der Fembot Mari sich mit Abstand von den anderen unterscheidet, da sie sich selbstständig bewegen und mit den ihr implementierten Regeln so etwas wie Entscheidungen treffen kann. Als ein neuer Fembot angeliefert wird, der jedoch eher einem Kind als einer erwachsenen Person gleicht, gerät die Situation aus den Fugen, da eine von Maris Regeln besagt, dass Kinder das Wichtigste sind und diesen nichts angetan werden darf. 
 
Im Laufe der Geschichte entwickeln sich einige der ehemaligen Kund:innen zu Maris Freunden und helfen ihr, sich vor der Polizei zu verstecken. Mari macht in der neuen Welt zudem einige neue Erfahrungen, lernt sich eher wie ein Mensch zu bewegen und gewinnt immer mehr Einblicke in das Denken, Handeln und Fühlen der Menschen. Sie bemerkt schnell, das die Menschen von irrationalen Emotionen geleitet werden und sie diese nicht einschätzen kann, da die Menschen sie selbst nicht wirklich erklären können. In all diesen Phasen, in denen man Einblicke in Maris Sichtweise und Verwirrungen über uns Menschen bekommt, ist es wie so eine Art Metaperspektive auf uns selbst. Man kann, wenn man sich drauf einlässt, gewisse Handlungen und Gedankengänge reflektieren und hinterfragen und auch auf sich selbst beziehen. Diese Passagen haben mir sehr gut gefallen. 

Maris ehemalige Kund:innen bzw. neue Freunde sind emotional sehr launisch und teils depressiv. Ihr Verhalten, ihr Streiten und ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Diese Passagen hätten für mich kürzer und dafür die Teile mit Mari länger sein können. Generell hätte es mir etwas besser gefallen, wenn man mehr aus Maris sicht erlebt hätte und weniger aus der der Menschen, denn es ist Mari die dieses Buch zu etwas anderem macht und teils waren die Passagen aus ihrer Sicht sehr kurz oder über mehrere Seiten kaum vorhanden.

Durch eine weitere Entwicklung der Fembots bekommt Mari dann ihre finiten Einsichten in uns Menschen, unsere Emotionen und was uns im Leben antreibt. Sie zieht dadurch Schlüsse über uns Menschen und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Diesen abschließenden Blick auf uns Menschen fand ich wieder sehr interessant.

Fazit:
Das war mal eine andere Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe. Man bekommt einen Blick hinter die Kulisse "Mensch" und somit ist das Buch in Teilen wie eine Metaperspektive auf uns selbst. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass man noch mehr in die Gedankenwelt der Mari eintaucht, dass man noch einen stärkeren Blick auf uns Menschen erhält und dass weniger aus der Sicht der menschlichen Charaktere geschrieben wird.

Leseempfehlung:
An diesem Buch werden sicherlich einige Menschen Freude finden. Diejenigen, die sich für künstliche Intelligenz interessieren, aber auch diejenigen, die einfach nur einen angenehmen Roman lesen möchte, etwas Leichtes, das einen abschalten lässt.
 

Rating:

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Samstag, 5. Juni 2021

Roman: Beate Maly "Fräulein Mozart und die Kraft der Liebe"

[Werbung, Rezensionexemplar von vorablesen]


Beate Maly "Fräulein Mozart und die Kraft zu träumen"
 

(© Ullstein Verlag)
Erscheinungstermin: 31. Mai 2021
Verlag: Ullstein
Format: Taschenbuch
Reihe: Ikonen ihrer Zeit #4
Seitenzahl: 400
Preis: 11,- €

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Salzburg 1766: Die junge Maria Anna, liebevoll Nannerl genannt, kann sich vor Verehrern kaum retten und hat doch nur die Musik im Sinn. Gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang Amadeus spielt sie an den vornehmsten Höfen Europas Klavier, bis sie die Bühne für ihren kleinen Bruder räumen muss. Enttäuscht versucht sie sich mit eigenen Kompositionen und zahlreichen Bällen abzulenken. Eines Abends lernt sie den charmanten Franz Armand d’Ippold kennen und fühlt sich dem klugen Mann gleich verbunden. Nur ist Franz mitnichten eine gute Partie und die Schulden der Familie lassen keine Liebesheirat zu. Doch Nannerl Mozart lässt sich nicht beirren und wird weder ihre Musik noch ihre große Liebe aufgeben."


Zur Autorin:
Beate Maly ist in Wien geboren und hat dort mit Kindern gearbeitet. Seit 20 Jahren schreibt sie außerdem Bücher, was in den letzten Jahren immer umfangreicher geworden ist. Sie hat zahlreiche historische Romane, Kinderbücher und Sachbücher geschrieben. Seit kurzem schreibt sie zudem unter dem offenen Pseudonym "Laura Baldini" [Vergleiche: https://www.beatemaly.com/, 04.06.2021, 17:34 Uhr]
 
Zum Cover: 
Dieses Cover passt zum 18. Jahrhundert, in dem das Buch spielt. Man sieht eine Frau im Vordergrund und eine Stadt, die wohl Salzburg sein soll, im Hintergrund. Die Farben sind eher dezent und alles in allem gesellt sich das Buch in die typischen Cover dieses Genres.

Zum Buch: 
Bei diesem Buch handelt es sich um eine historische Romanbiographie, ein Genre, das ich im Moment sehr gerne lese und das man über diverse Frauen momentan auch zahlreich findet. Im Ullstein Verlag erscheint dazu die Reihe "Ikonen ihrer Zeit". Die Bücher können jedoch alle unabhängig voneinander gelesen werde, da jedes eine andere Persönlichkeit beleuchtet und nicht mit den anderen zusammenhängt.

In diesem Buch geht es um Maria Anna 'Nannerl' Mozart, die Schwester des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Es spielt Ende des 18. Jahrhunderts in Salzburg.

Das Buch beginnt in Nannerls Kindheit, in der sie noch gemeinsam mit ihrem Bruder auftreten durften, schnell geht es dann zu ihrer frühen Jugend über, in der sie immer seltener bis gar nicht mehr gemeinsam mit ihrem Bruder oder generell Klavierkonzerte geben durfte. Die Autorin macht an diesen Stellen sehr deutlich, dass Frauen und Mädchen Ende des 18. Jahrhunderts die Rolle der Hausfrau und Mutter hatten und nicht für eigenen Karrieren oder Selbstbestimmung gedacht waren. Man merkt zwar deutlich, dass Nannerl sich darüber ärgert, dass sie nicht mehr auftreten darf, rebelliert jedoch nicht, da sie es nicht anders kennt und sich der Gesellschaft fügt. Sie gibt zwar etwas später Klavierunterricht, um sich ein wenig eigenes Geld anzusparen, gibt das aber dann doch immer wieder an den Vater ab, da die Familie durch die vielen Reisen des Bruders große Geldsorgen hat. Diese Geldsorgen führen sie schlussendlich sogar in eine arrangierte Ehe, gegen die sie sich anfangs standhaft wehrt. 

An ihrer Haltung zur arrangierten Ehe und der Rolle der Frau ausschließlich als Hausfrau und Mutter merkt man immer wieder, dass Nannerl eine starke Frau gewesen ist mit eigenem Willen und einer anderen Vorstellung von der Zukunft als es in dieser Zeit üblich war. Auch ihre beste Freundin dachte ähnlich. Jedoch macht die Autorin anhand vieler anderer Beispiele deutlich, dass die meisten Frauen sich ihrer Rolle anstandslos fügten. Somit schafft es Beate Maly ein klares Bild der damaligen Zeit zu zeichnen. Ich hatte keine Probleme mich in die Frauen hineinzuversetzen und mir das Leben damals vorzustellen.

Nannerls Vater scheint lange Zeit jemand zu sein, dem seine Tochter eher weniger wichtig ist und der seinen Blick hauptsächlich auf den talentierten Sohn legt. Jedoch merkt man im Laufe des Buches immer wieder, dass er doch auch versucht nicht gegen den Willen seiner Tochter zu handeln, wenn es um ihre Zukunft als Ehefrau geht. Das machte ihn doch wieder etwas sympatischer als ich ihn zu Anfang fand.

Der berühmte Wolfgang Amadeus Mozart wurde mir aber je älter er wurde immer unsympathischer. Als Kind war er einfach ein kleiner Rebell, ein Genie, das sich nicht um Regeln kümmerte. Jedoch warf er auch als junger Erwachsener das Geld der Familie aus dem Fenster, ohne sich um die Folgen für seinen Vater und seine Schwester zu kümmern. Sein Verhalten war es auch, dass seine Schwester am Ende doch ncoh in eine arrangierte Ehe führte. Dadurch konnte ich nur den Kopf schütteln wie Nannerl trotzdem weiterhin gerne seine Kompositionen spielte oder sich auch nach seinem Tod für sein Andenken einsetze. Aber ich denke auch das war der damaligen Gesellschaft geschuldet und dass sie sich in ihre Rolle fügte.

Fazit:
Eine gut recherchierte Romanbiographie in der man viel über die Familie Mozart und ihre Lebensumstände erfährt. Jedoch hätte sie für meinen Geschmack kürzer gefasst werden können, da das Leben der Nannerl Mozart einfach nicht viele Ereignisse umfasst. Man merkt sehr deutlich wie eingeschränkt sie durch die vorherrschende Gesellschaftsordnung gewesen ist und somit nicht mehr aus ihren Leben machen konnte. 250 bis 300 Seiten hätten mir hier sicherlich auch gereicht.

Leseempfehlung:
Dieses Buch ist sicherlich sehr interessant für Menschen, die selbst musizieren oder sich intensiver mit Mozart befassen bzw. die gerne über die Zeit um das 18. Jahrhundert herum lesen. Ein Highlight war das Buch für mich jedoch nicht.
 

Rating:

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Donnerstag, 3. Juni 2021

Top Ten Thursday: Autor:innen mit R

 [Werbung, unbezahlt, Alle Coverrechte liegen bei den Verlagen.]

 



Jeden Donnerstag geht es darum, zu einem vorgegebenen Thema eine "Top 10" zu erstellen, bzw. eine Liste mit 10 Büchern ohne Ranking. Wer mehr dazu wissen möchte, schaut am besten direkt im Beitrag von Weltenwanderer vorbei, dort findet ihr auch immer die kommenden Themen.
 
 
10 Bücher von Autor:innen, deren Nachnamen mit R beginnen (Qu gibt es bei mir nicht)
 

 

Marc Raabe: Von ihm habe ich bisher die Reihe um Tom Babylon gelelsen. "Die Hornisse" ist Band 3, der im letzten Jahr erschienen ist. Ich finde die Reihe großartig!

Melanie Raabe: Von ihr habe ich bisher zwei Bücher gelesen. Eins mochte ich gar nicht, "Die Wälder" fand ich besser. Bin aber kein Fan geworden.

David Rawlings: "Der Gepäckträger" hat mich begeistert. Das Buch handelt davon, was für ein "Gepäck" wir Menschen mit uns herumschleppen. Ansprüche der Gesellschaft, Ansprüche unserer Familie, unsere eigenen Ansprüche und uns dem ganzen unterordnen, sodass wir unglücklich werden, weil ich denken, dass das alles so sein muss. Es regt wirklich zum Nachdenken an und ich kann es sehr empfehlen!

Kathy Reichs: Ihre Reihe um Tempe Brennan gehört zu meinen Lieblingsreihen und auch die Serie "Bones", die auf den Büchern basiert, habe ich komplett gesehen. "Knochen lügen nie" ist Band 17 und das letzte, das ich bisher gelesen habe. Mittlerweile gibt es 20 Bände.

Philipp Reinartz: Das Buch hat mich vor einigen Jahren wirklich gut unterhalten. Es ist sehr witzig und zeichnet die Unterschiede in der deutschen und spanischen Gesellschaft an einigen Stellen wirklich witzig nach.

Alli Reynolds: "Frostgrab" mochte ich im letzten Jahr sehr. Es kam wohl einfach zur richtigen Zeit, nachdem ich länger keine Thriller gelesen habe, und ließ sich gut weglesen, war spannend, nette Charaktere. Gefiel mir gut und ich hoffe, dass die ehemaligen Snowboarderin bald noch ein weiteres Buch schreiben wird. 

Luke Rhinhart: "The Dice Man" dt: "Der Würfler" wurde mir einmal im Urlaub empfohlen und ich habe es direkt auch gelesen. Es hat mir gut gefallen, wobei ich nicht weiß, ob dies jetzt auch noch so wäre. Es geht um einen Mann, der sich dazu entscheidet, sein Leben spannender zu gestalten indem er einen Würfel seine Entscheidungen treffen lässt. Leider hat dieser Mann jedoch auch Familie, einen Job, Freunde und auch diese werden automatisch mit vom Würfel bestimmt.

Tibor Rode: Von ihm habe ich nur ein Buch gelesen und fand es extrem langatmig, obwohl sich das Thema sehr gut angehört hatte. 

Mercè Rodoreda: Von ihr habe ich im letzten Jahr ein Buch gelesen, das mich leider nicht überzeugen konnte. Ich denke mittlerweile, dass ich es einfach zur falschen Zeit gelesen habe, da es mir im Nachhinein wohl besser gefallen würde.

Carlos Ruiz Zafón: "Der Schatten des Windes" hat mir unheimlich gut gefallen! Irgendwann möchte ich auch die folgenden drei Bücher über den Friedhof der vergessenen Bücher lesen. Kürzlich ist auch eine Sammlung von Erzählungen erschienen.

 
 

Bleibt gesund,

Sandra

 

Mittwoch, 2. Juni 2021

Zurückgeschaut auf den Mai 2021

 [Werbung, unbezahlt, teils Rezensionsexemplare]  

  

Hallo ihr Lieben,

es ist wieder Zeit für einen Rückblick! Ich kann es kaum glauben, wie schnell auch dieser Monat vergangen ist. Ich merke es auch an den Büchern, die esten, die ich im Mai gelesen habe, fühlen sich an, als wenn sie schon ewig her wären! Im Mai habe ich sieben Bücher beendet und zwei abgebrochen. Aber ich bereue nichts. Insgesamt macht das 2916 Seiten. Ich freue mich riesig! Qualitativ startete der Monat stark und wurde dann etwas schwächer, aber ich hatte viele gute Lesestunden!



| mein Leben |

Der Mai hatte einige Höhen und Tiefen. Ich konnte meine Familie wiedersehen, aber beruflich war er mit vielen Stressmomenten versehen. Die Informationen ab wann welche Art von Unterricht stattfinden würde und welche Maßnahmen dazu ergriffen werden müssten, kamen zwar etwas rechtzeitiger als noch in der Vergangenheit, aber trotzdem für Unterrichtsplanung einfach zu spät. Auch die Organisation der sogenannten Lolli-Tests, die es in NRW nun gibt, erforderte viel Mühe und lässt mich als Zuständige im Moment wenig abschalten, da die Befunde über den ganzen Abend bis in die Nacht per SMS und Mail eintrudeln. Ich durfte mir zwar ein Diensthandy anschaffen damit das nicht alles auf meinem privaten Gerät landet, aber ich merke dennoch, dass man innerlich auf die Resultate bzw. zumindest auf das der eigenen Klasse, wartet. Bei mir macht sich der Stress seit geraumer Zeit mit Magenschmerzen und Unwohlsein bemerkbar, sodass ich zum Beispiel bei meiner Familie dann auf den gemütlichen Wein am Abend verzichten musste. Das miese Wetter schlägt dann zusätzlich aufs Gemüt. :-/ Hoffentlich wird der Juni besser!
 
 
| aktuelle Geschichte(n) |
 
Ich nehme "The Adventures of Huckleberry Finn" von Mark Twain mit in den Juni. Eigentlich war es mein englischer Klassiker für Mai, aber ich konnte mich bis Ende des Monats nicht aufraffen, es zu lesen, daher bin ich erst auf Seite 30.
 
"Don Quijote" von Cervantes ... ich mache bei der #subcolourchallenge auf Insta mit und dort kommt im Juli hellblau oder das #dickebüchercamp im Juli/August. Mittlerweile juckt es mich wirklich in den Fingern das Buch endlich, endlich, endlich zu beenden!



| Top & Flop des Monats |

Flop:  
Auf "Der Gin des Lebens" von Carsten Sebastian Henn hatte ich Mitte des Monats richtig Lust, auch weil ich gesehen habe, dass demnächst ein weiteres Buch, diesmal mit dem Schwerpunkt Rum, erscheint. Leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht packen. Es beinhaltet viele gute Ideen, aber nichts davon war spannend oder interessant umgesetzt. Weder der Krimi, der nur ganz am Rande stattfand, noch die Romanze zwischen den Protagonisten. Ich konnte keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen und das einzig Positive war, dass ich etwas über Gin, den ich nicht mag, gelernt habe. Daher habe ich es nach zwei Dritteln auch abgebrochen und bereue es tatsächlich gar nicht (abbrechen fällt mir ja sehr schwer).
 
Top:
"Die Tochter meines Vaters: Anna Freud - In Wien fand sie die Liebe, in London ihren Traum" von Romy Seidel. Meine Begeisterung schließt sich nahtlos dem ersten Band der Reihe um bedeutende Frauen an, obwohl dieses Buch von einer anderen Autorin geschrieben wurde. Man lernt Anna Freud sehr genau kennen: ihre Hobbys, ihren Beruf und auch die Menschen, die ihr wichtig waren. Man liest viel über Freundschaften und ihre große Liebe, über ihren Vater aus dessen Schatten sich zu lösen ihr gar nicht leicht fiel und auf einigen Seiten auch über den Einzug der Nationalsozialisten und die Flucht der Familie Freud nach London. Jeder Teil ist sehr emotional geschrieben und ich konnte mich immer gut in Anna Freud hineinversetzen. Ein wirklich mitreißendes Buch! 
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir über jedem Kapitel auch eine zeitliche Einordnung gewünscht hätte und wenn dann da fünfmal "Sommer 1923" gestanden hätte, wäre es halt so. Hier standen nur immer dann neue Angaben, wenn es einen etwas größeren Sprung gab. Dadurch habe ich immer wieder zurückgeblättert, um zu schauen, wie viel Zeit nun vergangen ist und wo ich mich in etwa im Leben der Anna Freud befinde. 15/15 Punkten
 

| Gelesen |

"Achtsam Morden" von Karsten Dusse war mein erstes Buch im Mai und kam genau richtig. Ich habe die Mischung aus Achtsamkeitsregeln, Humor und Krimi sehr genossen. Aber vor allem die Achtsamkeitsregeln kamen genau zum richtigen Zeitpunkt und ich konnte sie tatsächlich aus der Lektüre in mein Leben mitnehmen. Der Hauptcharakter dieses Buches war mir trotz seiner kriminellen Tendenz sehr sympathisch und auch die zahlreichen Mitglieder der Mafia-Clans machten keinen schlechten Eindruck. Der Humor traf dabei auch genau meinen Geschmack. Ich habe mir den zweiten Band dadurch auch mal auf die Merkliste gesetzt. 13/15 Sternen

"Der Ernährungskompass" von Bas Kast hat mich ebenfalls einige Tage im Mai begleitet. Dieses Sachbuch wurde vor ein paar Jahren sehr gehypt. Der Untertitel besagt, dass es ein Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung bietet, das machte mich natürlich neugierig. Ich muss sagen, dass ich das Eine oder Andere aus dem Buch mitnehmen konnte, mir sogar ein paar Klebezettel reingeklebt und mit Bleistift dort ein paar Notizen gemacht habe, aber es hat mich nicht mit einem "Wow"-Gedanken zurückgelassen. Vieles war mir einfach schon lange klar. Trotzdem habe ich natürlich ein paar neue Dinge erfahren und alles in allem ist es ein gutes Sachbuch zur Ernährung. 12/15 Punkten 

"Die Tochter meines Vaters: Anna Freud - In Wien fand sie die Liebe, in London ihren Traum" von Romy Seidel, 15/15 Punkten
 
"Dunkelkammer" von Bernhard Aichner habe ich als Rezensionsexemplar angefragt. Es klang interessant und ich habe noch nie etwas von dem Autor gelesen, obwohl er sehr beliebt zu sein scheint. Der Krimi hat mir gut gefallen, obwohl er von der Idee her nichts Besonderes gewesen ist. Die Charaktere waren interessant und die Handlung spannend genug. Die Kapitel, die nur aus wörtlicher Rede bestanden, die mit Spiegelstrichen markiert war, waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber in Ordnung und zum Glück gab es auch noch die "normalen" Kapitel. Auch das Ende hat mir gut gefallen und ich möchte auf jeden Fall demnächst auch den zweiten Band um Bronski lesen, sobald er erscheint. 10/15 Punkten
 
"Der Gin des Lebens" von Carsten Sebastian Henn. Abgebrochen 

"Die verschwindende Hälfte" von Brit Bennett wollte ich nach den ersten 50 Seiten abbrechen. Ich hatte als das Buch rauskam schon die Leseprobe gelesen und war der Meinung, dass das Buch nix für mich ist und auch beim zweiten Versuch erging es mir so. Ich habe aber noch etwas weiter gelesen, da viele das Buch ja so gut fanden und nach ca. 100 Seiten war es erträglich, aber reizte mich weiterhin null. Danach wurde es aber plötzlich besser, so dass ich die übrigen 314 Seiten an zwei Tagen verschlungen habe! Kaum zu glauben! Es war wirklich nur der Charakter der Desiree, der zu Beginn die Hauptrolle spielte, der mich gar nicht interessierte oder berührte. Ihre Schwester Stella und die Töchter der beiden führten ein viel aufregenderes Leben, welches ich interessant fand zu lesen und ihre Entwicklung mitzuerleben. Nur das Ende hat mich dann wieder enttäuscht. Vielleicht ist es realistisch so, aber mein Gefühl hat etwas anderes erwartet. 9 / 15 Punkten

"Fräulein Mozart und der Klang der Liebe" von Beate Maly ist eine Romanbiographie aus dem Ullstein Verlag, die ich als Rezensionsexemplar erhalten habe. Die Ausgabe überraschte mich direkt negativ, da sie im Vergleich zu den Büchern aus dem Piper Verlag (z.B. Anna Freud) nur ein wirklich einfaches Taschenbuch ist (obwohl nur einen Euro günstiger) und neben den anderen kaum etwas her macht. Aber es zählt ja der Inhalt! Leider war auch der nicht so gut wie erwartet. Die Geschichte um Mozarts Schwester hätte gut und gerne auch auf der Hälfte der 400 Seiten geschrieben werden können, denn sie war zwar interessant, aber es passiert halt kaum etwas. Nannerl steht sehr früh schon im Schatten ihres Bruders und auch in anderen Punkten ihres Lebens ist sie als Frau Ende des 18. Jahrhunderts extrem eingeschränkt, so dass ihr Leben einfach wenig hergibt. Alles in allem war es ein nettes Buch, das aber eben mit weniger Seiten auch ausgekommen wäre. 9 / 15 Punkten
 
Außderdem habe ich in "Der Tempel der magischen Tiere" von Carl von Siemens reingelesen. Hier soll es sich um die Berichte dreier seiner Reisen handeln. Nach 60 Seiten habe ich das Buch weggelegt, da mich seine Art des Erzählens nicht mitnehmen konnte. Das erste Kapitel handelt von den Aborigines, aber es war nicht wirklich interessant. Angelesen und aussortiert 
 
Und dann hatte der Monat plötzlich noch drei Tage, sodass ich bereits ein Buch gelesen habe, dass ich mir eigenltich für den Juni vorgenommen habe: Das Rezensionsexemplar "Der Algorithmus der Menschlichkeit" von Vera Buck hat mich gereizt, seit ich ein wenig darüber gelesen hatte. Die Gefühlswelt der Menschen aus Sicht einer künstlichen Intelligenz, die sich immerzu weiterentwickelt, um den Menschen glücklich zu machen. Es war wirklich mal ein thematisch anderes Buch und hatte ein paar humorvolle Stellen. Ich hätte mir aber einen noch stärkeren Blickwinkel des Fembots Mari auf die Menschen gewünscht und weniger Passagen, in denen die Menschen selbst im Mittelpunkt standen bzw. Mari beim agieren halfen. Trotzdem hatte das Buch am Ende so etwas wie eine Moral und man bekam einen Einblick hinter die Kulisse "Mensch". 10 / 15 Punkten
 
 

| Rezensiert | 
 
"Dunkelkammer" von Bernhard Aichner LINK
 
"Fräulein Mozart und der Klang der Liebe" von Beate Maly LINK


| new in |

"Geiger" von Gustav Skördeman [eingetauschte Punkte auf einem Portal]
"Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" von Stuart Turton
"Tödliche Sonate" von Natasha Korsakova [Rezensionsexemplar von der Autorin]
"Dunkelkammer" von Bernahrd Aichner [Rezensionsexemplar, gelesen]
"Der Algorithmus der Menschlichkeit" von Vera Buck [Rezensionsexemplar, gelesen]
"Die Harpyie" von Megan Hunter
"Der große Sommer" von Ewald Arenz 
"Fräulein Mozart und der Klang der Liebe" von Beate Maly [Rezensionsexemplar, gelesen]

Meinen gesamten SuB findet ihr übringens hier

 

| Challenges |

Mein Problem mit den Challenges ist im Moment, dass ich wenig vom alten SuB lesen und hauptsächlich Bücher, die erst vor kurzem eingezogen sind, so dass sie weder hier noch da passen. :P

21 für 2021: Im Mai habe ich "Die verschwindende Hälfte" gelesen sowie "Der Gin des Lebens" abgebrochen. Damit sind es 5/21 gelesene Bücher. Dieses Jahr läuft es bislang nicht so rund mit der Challenge. Die ganze Liste findet ihr hier.

#DasSuBabc: Im Mai konnte ich außerdem "Die verschwindende Hälfte" auch bei #DasSuBabc eintragen, da ein Charakter dort trans ist. :) Na, da hat es sich doch doppelt gelohnt, das Buch durchzuziehen. Die Liste findet ihr hier.

 

 
Die Idee zu den Beiträgen auf diese Art findet ihr bei kejaswortrausch.
 
Liebe Grüße,
Sandra