Samstag, 30. Mai 2026

Sachbuch: Ann-Marie Backmann "Schule ohne Burnout"

[Werbung, Rezensionsexemplar]


  Ann-Marie Backmann "Schule ohne Burnout"





(© Kösel)

Übersetzung: /
Erscheinungstermin: 18.03.2026
Verlag: Kösel
Format: Broschiert
Reihe: /
Seitenzahl: 224
Preis: 18,-€

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Weniger Mental Load und mehr Zeit für Beziehungsarbeit in der Schule!

Personalmangel, widersprüchliche Erwartungen und der Spagat zwischen Schule und Familie – wie gelingt es, eine starke Beziehung zu Schüler*innen aufzubauen und begeistert Lehrkraft zu bleiben, ohne dabei auszubrennen?
Die erfahrene Lehrerin und Coach Ann-Marie Backmann zeigt praxisnah, wie man den Mental Load im Schulalltag reduzieren kann. Basierend auf didaktischer Forschung, ihren eigenen Erfahrungen aus dem Schulleben sowie Expertinneninterviews gibt sie praktische Impulse, wie Lehrer*innen Verantwortung teilen, Perfektionismus ablegen und ein positives Lernklima für sich und ihre Schüler*innen schaffen. Ihr Buch lädt dazu ein:• die eigenen Ideale und Überzeugungen zu reflektieren,• von gesunden Grenzen und echter Teamarbeit zu profitieren,• den Lehrberuf mit Leichtigkeit neu zu entdecken."


Zur Autorin:
Ann-Marie Backmann ist Gesamtschullehrerin und dort didaktische Leitung. Sie ist Coach für beziehungsstarke Lehrkräfte und gibt dafür unter anderem online Kurse zu Mental Load. Außerdem ist sie in der Lehrkräfteausbildung tätig. [Vergleiche: https://www.penguin.de/autoren/ann-marie-backmann/762816, 27.05.2026]
 
 
Zum Cover: 
Auf dem Cover sehen wir eine lachende Frau, die mir nach dem ersten Eindruck zu drüber war. Zu viel, zu künstlich. Was mir aber gut gefällt, sind die orangenen Akzente, die sich vom Rahmen, über den Titel bis hin zum Blazer ziehen. Das macht das Cover rund und fürs Auge rund. Schöne Idee.

Zum Buch:
Das Buch "Schule ohne Burnout" startet mit einer Einleitung, in der wir die Autorin kennenlernen und transparent gemacht wird, warum das Thema des Sachbuchs von Bedeutung ist und wie man damit gut arbeiten könnte. Es gibt am Ende der Einleitung einen QR Code, der die Lesenden zu Vorlagen und Zusatzmaterial führt, das bei der Bearbeitung des Buches genutzt werden kann. Das hat mir gut gefallen und ich empfand es als hilfreich, auch wenn ich es schlussendlich nicht genutzt habe. 
 
Als nächstes kommt ein kurzes Kapitel zum Umgang mit Belastungen. Hier geht es um Mental und Emotional Load in der Schule- also geistige und emotionale Belastung in der Schule. Obwohl es sogar in den Überschriften mit "in der Schule" benannt ist, geht es viel darum, dass eine Frau diese Belastungen in der Schule hat, dann nach Hause geht und dort durch Mann und eigene Kinder diesselben Belastungen in einem anderen Umfeld erfährt. Es wurde in keinem Abschnitt darauf eingegangen, dass durchaus viele Lehrkräfte nicht in dieser Situation sind! Somit spricht das Buch schon hier Männer gar nicht mehr an, da es sich nur auf Frauen fokussiert und fast schon davon ausgeht, dass Männer diesen mental und emotional load in der Schule nicht haben. Das finde ich extrem einseitig gedacht. Auch die Frauen, die die Belastung zu Hause nicht haben, wirken hier außen vor. Ich habe mich überhaupt nicht angesprochen gefühlt! Eher bekommt man das Gefühl vermittelt, dass man ohne Mann und Kinder ja ausreichend Erholung hätte und die Belastungen aus der Schule nicht so schlimm wären. Sehr schwierig! Ehrlich gesagt, hatte die Autorin mich an dieser Stelle bereits als interessierte Leserin verloren.
 
Es folgt der Hauptteil des Buches, in dem uns zehn Strategien gegen die Überlastung aufgezeigt werden. Auch hier lautet die zweite Strategie "Teile Verantwortung zu Hause fair", für mich als Strategie gegen Burnout in der Schule nicht hilfreich! Das ist eine Strategie gegen Überforderung im Alltag, zu Hause und es sind Beziehungstipps, die mit meinem Leben als Lehrkraft nichts zu tun haben. Somit war dieses Kapitel für mich absolut unbrauchbar. 
 
Die übrigen neun Strategien sind gute Gedanken, aber allesamt nicht neu. Es ist nichts, wo ich gedacht habe, dass ich hier mal etwas für mich mitnehmen kann, an das ich bisher so nicht gedacht hätte. Es ist alles extrem subjektiv und zeichnet ein wenig die perfekte Schule mit Schülerinnen und Schülern, die sich definitiv auf gewisse Angebote einlassen, mit einem Team, dass mitzieht und einer Lehrkraft, die mit wenig Aufwand tolle Stunden leistet. Aber so ist es eben nicht. Und genau an dieser Stelle hätte ich mir den Ansatz dieses Buches gewünscht. Wenn man eben all diese Dinge dort schon auf die eine oder andere Weise tut - mit den Schülerinnen und Schülern, mit Teilen des Teams oder alleine. Stellschrauben, auf die man eben bisher nicht gekommen ist, kleine Dinge, die einem das Leben erleichtern, wenn man mal auf sie kommt. Ich bin eher über Ideen gestolpert, an die ich mich wieder erinnert habe, aber eben nichts, was ich vorher nicht kannte. Nichts, was mich entlasten würde.
 
Das letzte Kapitel, das sich um die Gestaltung des Schullebens dreht, habe ich dann nur noch überflogen, da mir bereits der Hauptteil wenig gegeben hat und ich nichts mehr erwartet habe. 
 
Fazit:
Ein Buch für eine sehr spezielle Zielgruppe innerhalb der Zielgruppe "Lehrkräfte" und für alle anderen eher wenig hilfreich. Der Titel hat so viel mehr versprochen, als das Buch dann inhaltlich geboten hat.

Leseempfehlung:
Am ehesten kann ich dieses Buch für junge Lehrerinnen einer weiterführenden Schule empfehlen, die selbst Kinder haben. Allen anderen würde ich eher raten, nach etwas anderem zu suchen.

Rating:

7 von 15 Punkten

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