Freitag, 20. März 2026

Roman: Elke Becker: Die Erfinderin der Freiheit

[Werbung, Rezensionsexemplar]


  Elke Becker "Die Erfinderin der Freiheit"

(© Heyne)

Übersetzung: /
Erscheinungstermin: 11.02.2026
Verlag: Heyne
Format:Taschenbuch
Reihe: /
Seitenzahl: 368
Preis: 13,-€

"Dresden 1908: Eine neue Zeit beginnt, die Jahre der großen Erfindungen sind angebrochen. Christine arbeitet als Therapeutin im weltbekannten Sanatorium Lahmann. Während ihrer Behandlungen fallen die feinen Damen in ihren engen Korsetts reihenweise in Ohnmacht – was Christine auf eine weltverändernde Idee bringt: Sie entwickelt den ersten Büstenhalter. Die ersten Modelle aus zusammengenähten Stofftaschentüchern und Hosenträgern finden zunächst wenig Anklang in der feinen Gesellschaft, die Damen lehnen das neue Kleidungstück ab. Zum Glück gibt es Julia, Lotta und Amalie, die Christine bei der Weiterentwicklung des BHs unterstützen. Die vier Freudinnen leben in einem gemeinsamen Wohnhaus und befeuern sich gegenseitig beim Ausprobieren und Tüfteln an neuen Ideen. Und sie geben Christine Halt – ganz besonders als der charmante Franz im Sanatorium anreist, der jedoch in Begleitung von Johanna ist …"


Zur Autorin:
Elke Becker ist eine deutsche Autorin, die lange Zeit viel gereist ist und nun historische Geschichten, die in Deutschland spielen, schreibt.  [Vergleiche: https://www.penguin.de/autoren/elke-becker/697474, 19.03.2026]
 
 
Zum Cover: 
Das Cover zeigt eine Frau im weißen Spitzenkleid mit Hut. Im Hintergrund sieht man die Dresdener Frauenkirche. Zudem ist unter dem Titel, der sich groß auf dem Kleid der Frau befindet, ein Untertitel gedruckt, der verdeutlicht, dass es sich um die Erfindung eines Kleidungsstücks handelt. Ich muss sagen, dass mich dieses Cover in der Buchhandlung nicht angesprochen hätte. Auf das Buch bin ich in den sozialen Medien gestoßen, da mich der dort vorgestellte Inhalt neugiergig gemacht hat.

Zum Buch:

In diesem Buch lernen wir die vier Freundinnen Christine, Julia, Lotta und Amalie kennen, die alle in einem Wohnhaus wohnen. Die ersten drei bekommen alle ihre eigenen Kapitel, in denen in der dritten Person über ihr aktuelles Leben erzählt wird. Amalie hat großen Anteil an einigen dieser Kapitel. Christine, die eigentliche Protagonistin des Buches, arbeitet in einem Sanatorium und ist dort für die sportlichen Übungen der Frauen zuständig. Gleichzeitig interessiert sie sich sehr für die Gesundheit der Frauen generell und möchte sie weg von den gesellschaftlichen Konventionen des Korsetts und des Mieders führen, weshalb sie einen Brusthalter entwickelt, mit dem die Frauen sich beim Sport besser bewegen können. Unterstützt wird sie bei der handwerklichen Umsetzung der Näh- und Stickarbeiten von Julia, welche in diesem Gewerbe arbeitet. Lotta ist Christines WG-Mitbewohnerin und arbeitet unter anderem in einem Schankhaus. All diese Geschichten entwickeln sich natürlich weiter und laufen parallel. 

Zudem lernen wir ja auch noch Amalie kennen, die selbst an einer tollen Erfindung arbeitet: den Kaffeefiltern. Alleine diese Geschichte verdient eigentlich ihr eigenes Buch! Eine verheiratete Frau, die eine weltverändernde Erfindung zum Patent anmeldet und die Firma über sich laufen lässt, obwohl ihr man nur bedingt einverstanden ist. Damals fast ein Ding der Unmöglichkeit! Über sie würde ich wirklich gerne mehr erfahren!

Zu diesen ganzen tollen Geschichten über die beruflichen Wege der Frauen kommen natürlich noch ihre Liebesgeschichten. Was wäre ein historischer Roman auch ohne diese. Nur leider gibt es auch davon dann natürlich vier. Abgesehen von Amalie, die verheiratet ist und bei der wir nur nebenher erfahren, dass ihr Mann mehr Probleme macht als hilft, entwickeln sich die Liebesgeschichten der anderen drei Frauen im Laufe des Buches. Somit kommen wir auch zu meinem Kritikpunkt an diesem Buch: Es passiert zu viel gleichzeitig. Eigentlich soll es in dem Buch um die Entwicklung des Brusthalters geben - Christines Geschichte. Gleichzeitig erfahren wir aber noch sehr detailliert über das Leben von drei anderen Frauen und das war mir einfach zu viel. Es lässt sich zwar alles gut auseinander halten, aber wenn ich nicht gewusst hätte, welche der Geschichten sozusagen die Hauptgeschichte ist, hätte ich dies nicht ohne weiteres benennen können. Ja, Christine kommt etwas öfter vor als die anderen, aber auch, da wir auch noch ihre Schwester und dessen Liebesleben kennenlernen. 

Am Ende gibt es dann noch einen Vorfall, den es für mich nicht gebraucht hätte. Da macht es ein wenig den Eindruck, als ob die Geschichte nun einfach irgendwie zu einem Ende und einem Happy End für Christine kommen musste und somit wurde dieser Weg gegangen. 

 
Fazit:
Eine schöne Idee, die sich aber durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge verliert und nicht so zentral ist, wie sie es verdient hätte. Es sind alles sympathische Charaktere, die detailreich und interessant gezeichnet sind. Jede einzelne Frau hat ihre Rolle hier absolut verdient, aber dadurch verliert sich der Fokus auf die Erfindung des Brusthalters. 

Leseempfehlung:
Es ist eine nette Geschichte, die man durchaus lesen kann. Sie unterhält, jedoch sollte man sich nicht auf die Erfidung des Brusthalters fokusieren, sondern das Buch generell als historischen Liebesroman sehen. Oder als historische Geschichte über Frauenfreundschaften.
  
Rating:

8 von 15 Punkten

1 Kommentar:

  1. Hallo Sandra,
    in der Vorankündigung habe ich den Roman auch schon beäugt und war mir nicht ganz sicher, ob es nicht zu leichte Muse sein würde.
    Aus deiner Rezension lese ich heraus, dass die Geschichte mehrerer Figuren beschrieben wird. Zuviele Nebengeschichten sind mir ein Gräuel und so verzichte ich auf den Roman.

    Liebe Grüße
    Barbara

    AntwortenLöschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.