Donnerstag, 11. August 2016

Buchrezension: Frank Goldammer "Abstauber"

So ihr Lieben, nachdem ich euch das erste Buch zum Thema Fußball vorgestellt hatte, das ich während der EM, sprich Fußballzeit für viele im Lande, gelesen habe, möchte ich euch nun noch das zweite vorstellen. Und dann kommen auch wieder Rezensionen ohne Fußball, für alle, die mit dem Thema nix anfangen können.


Frank Goldammer: "Abstauber"

 http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/509-abstauber.html
(© Gmeiner Verlag, Durch Klicken auf das Cover, gelangt ihr zum Verlag)

Bibliographische Angaben
Autor: Frank Goldammer, Übersetzer: -
Titel: -, Originaltitel: Abstauber
Reihe: -
Erschienen am: 13.02.2012
Format: broschiert
Preis: 9,90€   

Zum Autor:
Frank Goldammer ist ein 1975 in Dresden geborener deutscher Autor. Seine Romane spielen in seiner Heimatstadt und sollen dem Leser ein Gefühl für die Menschen dort geben. (Quelle: Gmeiner Verlag)



Zum Cover:
Das Cover zeigt einen Fußball ganz offensichtlich auf einem Fußballfeld mit einem Tor im Hintergrund. Ein Scheinwerfer beleuchtet die Szene ein wenig und verleiht zusätzlich den Eindruck eines Stadions. Der Name des Autors, Titel des Buches sowie der Hinweis, das es sich hier um einen Fußball-Krimi handelt, sind klein gehalten. Zudem ziehren drei Sterne - die die WM-Titel der deutschen Fußballnationalmannschaft zum Erscheinungstermin des Buches darstellen - den Titel. Dieses kleine aber feine Detail gefällt mir sehr. Ansonsten spricht das Cover fast ausschließlich Fuball interessierte Leser an, dies jedoch sehr explezit, so wie es bei mir der Fall gewesen ist. Alles in allem schlicht, aber fein.

Zum Buch:

Dieses Buch ist ein Einzelband und enthält keine großen Bezüge zur realen Welt des Fußballs. Es spielt zwar zur Zeit der EM in Polen und der Ukraine, dies sind jedoch schon alle Fakten, die der Autor eingebracht hatte. Alle anderen Namen, Charaktere und Geschehennisse sind frei erfunden und ähneln auch nicht im geringsten bekannten Persönlichkeiten oder Ereignissen

Die Handlung spielt in Deutschland, zum größten Teil in Dresden, aber auch in Hamburg und Berlin. Leider kenne ich mich in keiner der drei Städte gut aus, so dass ich nicht beurteilen kann, ob diese detailliert, korrekt oder ebenfalls frei erfunden beschrieben sind. Im Mittelpunkt steht die deutsche Herren-Fußballnationalmannschaft, ihr Trainer, der DFB-Präsident und eine Ermittlereinheit um Hauptkommissar Falk Tauner, der für Fußball und dessen Beteiligte nicht viel übrig hat. Es geschieht ein Mord, dem er jedoch betraut wird und der aufgrund der Beteiligung der Nationalmannschaft für viel Aufsehen sorgt. Während sich ganz Deutschland auf die anstehende EM vorbereitet und alle nicht aktiv Beteiligten diskutieren wie weit die Mannschaft es schaffen wird, gehen dem Hauptkommissar alle diese Diskussionen ziemlich auf den Nerv und so richtig mit dem Fall beschäftigen mag er sich auch nicht. Am liebsten schnell zu einer Lösung kommen und dann das Thema Fußball vergessen. Doch so leicht macht es ihm weder der Fall, noch die Presse oder seine Kollegen, denen allen mehr an der Wahrheitsfindung liegt als dem Hauptkommissar.

Fazit:
Das Fußballfeeling kommt in diesem Buch nur schwer rüber, obwohl jede Zeile nur so vor Fußball trotzt. Zwar sind einige nette, aber nicht sonderlich tiefgründige oder interessante, Charaktere dabei, die den Sport lieben und sich für ihn einsetzen, jedoch wurde für mich alles überlagert von der Übellaunigkeit und dem Desinteresse des Hauptkommissars. Seine Sticheleien und Kommentare gegen den Sport waren für Fußballliebhaber schon sehr an der Grenze und haben meiner Ansicht nach in einem Buch, das hauptsächlich Fußballfans anspricht, in diesem Ausmaß nichts zu suchen. Auch die Tatsache, das keiner der Akteure im Fußballumfeld, sei es der Trainer oder einer der Spieler auch nur ansatzweise an einen realen Charakter erinnert hat, hat mich gestört. Man kann sich vieles vorstellen, wenn man mit etwas Realitätssinn und nicht nur Fußballfanatismus an den Sport und diese Leidenschaft geht, aber das meiste, das der Autor hier niedergeschrieben hat, konnte ich mir beim besten Willen so nicht vorstellen. Schnell bekommt man den Eindruck, dass der Autor selbst kein großer Fußballfan ist und zur damaligen EM-Zeit auf ein Pferd gesprungen ist, das sich gut verkaufen könnte. 

Dass das Buch am Ende doch noch auf zwei Bewertungspunkte kommt, lag allein am Ende, das doch noch ein wenig interessant wurde. Ein wenig, aber den Karren aus dem Dreck ziehen konnte es nicht mehr.

Leseempfehlung:
Ich versuche normalerweise jedem Buch eine Leseempfehlung auszusprechen, auch wenn ich die Zielgruppe einschränke; hier fällt es mir aber sehr schwer. Mich selbst hat das Buch so wenig mitgerissen, eher geärgert als Laune gemacht, dass ich im persönlichen Gespräch wohl niemandem das Buch ans Herz legen würde. Leser, die vielleicht selbst eher auf Kriegsfuß mit dem Fußball stehen oder die über seitenweise profane Meckerei bezüglich des Sports hinwegsehen können, könnten dem Buch aber eventuell eine Chance geben. Nur bitte, was die reale Welt des Fußball betrifft, nicht viel Wiedererkennungswert erwarten.

Rating:



2 von 5 Büchern



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