Dienstag, 2. Juni 2015

Buchrezension: Paula Hawkins "The Girl On The Train"

Das Buch, das ich euch heute vorstelle, habe ich von Blogg Dein Buch und dem Penguin Random House UK - Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt bekommen.

Paula Hawkins "The Girl On The Train"

(cover von: BDB)


Zur Autorin:
Die Autorin war bislang mehrere Jahre als Journalistin tätig, bevor sie sich dazu entschied in die fiktive Welt einzutauchen und nun diesen, ihren ersten, Thriller herausgebracht hat. Geboren und aufgewachsen ist sie in Zimbabwe, zog anschließend jedoch nach London, wo sie nun lebt. (Quelle)


Zum Cover:
Das Cover, wobei eigentlich mehr der Titel, habe mich auf der Website, überhaupt erst auf dieses Buch, von dem ich bis dato nichts wusste, aufmerksam gemacht. Es ist sehr schlicht gehalten, fast ganz schwarz mit dem Ansatz eines Zugabteils - schön, dass die deutschen Züge auch meistens rot-weiß sind, so wird es direkt klar, was abgenbildet ist, auch ohne den Titel zu lesen -  mit dem Titel in weißen Großbuchstaben zentral und zentriert. Zudem kommt eine Art Untertitel "You don't know her. But she knows you." oder auf Deutsch "Du kennst sie nicht. Aber sie kennt dich." Ebenfalls auf dem Cover befindet sich eine ein-Satz-Rezension von S J Watson. Sowhl der angedeutete Zug als auch der Titel sind dabei leicht verschwommen, was wohl die Geschwindigkeit des Zuges darstellen soll. Das Cover ist schlicht, weckt aber trotzdem Interesse. Alles in allem gut gemacht. Was mir persönlich nur  nie wirklich gefällt, sind diese Lobpreisungen oder "Rezensionen" auf dem Titel. Die dürfen gerne wo anders stehen, aber bitte nicht vorne drauf. Aber ist Geschmacksache und vielleicht bei einem Erstlingswerk verkaufstechnisch gut, gefallen tuts mir nicht. 

Zum Buch:
Ich fange dieses Mal wieder mit dem Buchrücken an, der, so wie das gesamt Buch, auf Englisch ist:


To everyone else in this carriage I must look normal; I'm doing exactly waht they do: commuting to work, making appointments, ticking things off lists. 

Just goes to show.

EVERY DAY THE SAME

Rachel catches the same commuter train every morning. She knows it will wait at the same signal each time, overlooking a row of back gardens.

She's even started to feel like she knows the people who live in one of the houses. 'Jess and Jason', she calls them. Their life - as she sees it - is perfect. If only Rachel could be that happy.

UNTIL TODAY

And then she sees something shocking. It's only a minute until the trian moves on, but it's enough.

Now everything's changed. Now Rachel has a chance to become a part of this lives she's only watched from afar. 

Now they'll see: she's much mor than just the girl on the train...
(entnommen dem Buchrücken)

Die Hauptperson dieses Buches, Rachel, ist eine Frau Ende 20, die unter anderem aufgrund eines Schicksalschlags dem Alkohol verfallen ist. Sie nimmt täglich morgens und abends einen Zug, der zufällig auch an ihrem früheren Wohnort vorbeifährt und ausgerechnet dort an einem Signal stoppen muss. Rachel tut, was wir wohl alle hin und wieder im Zug machen, sie schaut aus dem Fenster und beobachtet die Welt, vor allem das Pärchen, das in dem Haus am Signal wohnt, da sie dort ja täglich verweilen muss. Doch als die Frau verschwindet, versucht Rachel durch das was sie aus dem Zug gesehen und in zahlreichen, alkoholisierten Nächten wirklich erlebt und wieder vergessen hat, der Polizei, dem Mann der verschwundenen Frau sowie ihrem eigenen Ex-Mann klar zu machen. Auf Grund ihres Alkoholkonsums gilt sie jedoch nicht für glaubwürdig und weiß selbst auch nicht so genau, was wahr und was Einbildung ist. Dadurch bringt sie nicht nur sich, sondern auch zahlreiche andere Menschen in brenzlige Situationen.


Das Buch ist aus der Sichtweise dreier Frauen geschrieben: Rachel, Megan (die Frau, die verschwindet) und Anna (die Frau, mit der Rachels Ex-Mann nun verheiratet ist und die Rachel nicht leiden kann). Die Handlungsstränge laufen parallel und obwohl man merkt, dass sie irgendwie zusammenhängen, weiß man lange Zeit nicht wie genau. Die Charaktere der Frauen sind zum einen verschieden, zum anderen jedoch auch ähnlich. Alle drei haben das ein oder andere psychische Problem mit dem sie unterschiedlich umgehen. Was mich am Charakter von Rachel ein wenig gestört hat, war, dass ihre Alkoholabhängigkeit zwar deutlich gemacht und auch viele Konsequenzen benannt werden, wie der Verlust des Jobs und die ständigen Erinnerungslücken, jedoch wird dem Thema meinem Gefühl nach nicht die nötige Ernsthaftigkeit verliehen. Irgendwas hat mir gefällt und ließ das Thema oberflächlich wirken. 

Ich habe mir anfangs schwer getan in das Buch hineinzukommen, da mir Rachel auf den ersten Seiten als durchschnittlich und langweilig erschien. Ihre Pendelei und was sie gesehen haben wollte oder sich einbildete, die Geschichten, die sie in die Bilder hineininterpretierte, waren nicht meine Welt und zwar durchaus vorstellbar und "echt", wenn man täglich pendelt, ich pendel auch mit dem Zug!, aber ich sah kein Potenzial in ihrer Geschichte. Erst nachdem die Frau, die Rachel Tag täglich sah, verschwand, nahm die Geschichte an Spannung an und ab da war ich auch neugierig was nun daraus werden würde. 

Fazit:
Der Thriller "The Girl On The Train" ist ein ordentlicher Kriminalroman, der mir jedoch für einen Thriller nicht intensiv genug ist. Die Charaktere sind zwar interessant, aber auch jede für sich sehr verzwickt aufgrund ihrer Probleme, die groß, wichtig und intensiv sind, die jedoch irgendwie nicht so richtig zum Ausdruck gebracht werden und oberflächlich bleiben. So blieb die gesamte Geschichte für mich, obwohl sie durchaus interessant war und bis zum Schluss nicht den Täter verriet, eher oberflächlich. Mir fehlte ein wenig die Tiefe in der Geschichte, mehr Ernsthaftigkeit und Schärfe bezüglich der einzelnen Themen.

Leseempfehlung:
Das Buch ist ein interessanter Anfang der Autorin, der stark an die "Gone Girl" Geschichte von Gillian Flynn erinnert, diesmal jedoch nicht aus Sicht des Ehepaares, sondern aus Sicht Aussenstehender. Mich hat es interessiert, da ich auch täglich pendel und mal sehen wollte, was man daraus in einem Thriller machen kann. Wer also "Gone Girl" mochte oder interessant fand, der darf auch diesem Buch eine Chance geben.

Kaufen könnt ihr "The Girl On The Train" von Paula Hawkins beispielsweise HIER direkt beim Verlag auf Deutsch. Oder HIER auf Englisch. 

Kommentare:

  1. Das Buch kannte ich noch gar nicht, ich finde das Cover aber sehr ansprechend. Gone Girl höre ich momentan immer als Hörbuch zum Einschlafen, mal sehen wie sehr mich die Geschichte packt und ob ich The Girl On The Train dann auch lese / höre :)

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    1. Freut mich, dass du meine Rezension gelesen hast und nun auch noch überlegst, das Buch zu lesen/hören! Da macht es mir doch wirklich Spaß über Bücher zu schreiben. :) Dankeschön und viel Spaß, falls du es in die Hand nimmst! :D

      LG

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