Sonntag, 26. April 2015

Buchrezension: Fitzek & Tsokos "Abgeschnitten"

Und noch eine Rezension. Das heutige Buch habe ich gekauft, weil ich viel Gutes über es gelesen habe und auch viel Lobgesang auf Fitzek. Da ich seine Bücher bisher nicht kannte, dachte ich mir, dieses wäre vielleicht ein guter Eindruck, wenn es online so gut wegkommt.

Fitzek & Tsokos "Abgeschnitten"




Zu den Autoren:
Sebastian Fitzek kennen die meisten von euch sicherlich besser als ich, da, wie bereits geschrieben, dieses mein erstes seiner Werke gewesen ist, er aber schon unzählige andere Thriller geschrieben hat. Der deutsche Autor gilt als einer der besten deutschen Thrillerautoren und zahlreiche seiner Bücher wurden in viele andere Sprachen übersetzt und zum Teil sogar verfilmt. 
Michale Tsokos ist ein deutscher Rechtsmediziner der an der Charité und dem Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin arbeitet und desweiteren einen guten internationelen Ruf in seinem Beruf hat. Selbst hat er mehrere Fallsammlungen veröffentlich.
(Alle Informationen sind dem Buch entnommen.)


Zum Cover:
Das Cover ist schlicht gehalten und stellt die Namen der Autoren in den Vordergrund. Zudem gibt es passend zum Titel eine Rasierklinge, die einen sauberen Schnitt hinterlässt. Das Cover gehört nicht zu denen, die im Buchladen meine Aufmerksamkeit erlangen würden, doch ich mag seine Schlichtheit trotzalledem. Einfach, aber deutlich. Der Titel passt zudem perfekt zu der Geschichte.

Zum Buch:
Der Buchrücken, hier im Einband, ist sehr ausführlich, daher lasse ich ihn erstmal sprechen:

Rechtsmediziner Paul Herzfeld, Spezialist für Gewaltverbrechen, findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt - und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Den der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen und den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen: Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigern Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert. Als sie sich dennoch in die verlassene Pathologie der Inselklinik wagt, erkennt sie sehr schnell, dass das Leben des entführten Mädchens nicht das einzige ist, das auf dem Spiel steht...  (Zitiert vom Einband)

Das Buch besteht mehr oder weniger aus zwei Handlungssträngen: Der Geschichte um den Rechtsmediziner, der versucht seine Tochter wiederzufinden, die sich anscheinend in den Fängen eines Sexualstraftäters befindet; und dem der Comiczeichnerin, die sich auf der Insel vor ihrem psychopathischen Ex-Freund versteckt. Obwohl beide Stränge unabhängig voneinander existieren, werden sie immer wieder geschickt zusammengeführt und stellen bis zum Schluss die Möglichkeit offen, dass es sich bei beiden Tätern um dieselben Person handelt. Desweiteren kommt noch ein junger, einflussreicher Praktikant hinzu, der dem Rechtsmediziner Hilfe anbietet, dieser jedoch nicht sicher sein kann, weshalb ihm diese Hilfe angeboten wird und zwischenzeitlich ist es sogar offen, ob der Praktikant nicht auch auf die eine oder andere Weise in die Ereignisse verwickelt ist.
Da die Comiczeichnerin für den Rechtsmediziner eine telefonische Obduktion durchführt, bekommt man einige Einblicke in die Vorgehensweise und die Schitte und einzelnen Schritte werden sehr detailliert beschrieben. Nichts für schwache Nerven! Auch der Leidensweg der entführten Mädchen und das was ihnen angetan wird, wird sehr detailliert beschrieben.

Fazit:
Das Buch ist nichts für schwache Nerven! Die Szenen der telefonischen Obduktion konnten mir nichts anhaben, die fand ich eher interessant und die Zweifel, Ängste und Gedankengänge der Comiczeichnerin waren für mich gut nachvollziehbar. Was mir jedoch sehr zugesetzt hat und ich bin froh, dass diese Passagen sich nicht über das gesamte Buch hinwegzogen, sondern hauptsächlich am Anfang zu finden waren, war der Missbrauch. Dieser ist für meinen Geschmack zu detailliert, zu bildhaft dargestellt. Das muss meiner Meinung nach überhaupt nicht sein und geht an die Grenzen des guten Geschmacks. Ja, es ist ein Thriller und in denen geht es bekanntlich nicht friedlich zu, aber es gibt gewisse Themen, die meiner Meinung nach einfach nicht so detailliert beschrieben werden müssen, da würde eine knappere oder weniger detaillreiche Beschreibung absolut ausreichen. Wäre es zu diesem Thema in dieser Intensität weiter gegangen, hätte ich das Buch weggelegt.

Leseempfehlung:
Alles in allem ist es ein guter Thriller, der nicht einfach zu durchschauen ist. Zwar bekommt man irgendwann eine Idee, aber auch diese bestätigte sich bei mir nur zum Teil. Ich gebe dem Buch auf Grund der bereits im Fazit beschriebenen Bedenken eine eingeschränkte Leseempfehlung. Menschen, die mit dem Thema Missbrauch auf die eine oder andere Weise persönlich in Berührung gekommen sind oder im Bekanntenkreis Verdachtsfälle haben, sollten es eher nicht lesen. Auch alle, die sich bei sexuell explizitem Kontext unwohl fühlen, sollten eher zu einem anderen Buch greifen.

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