Montag, 3. August 2015

Buchrezension: Alesia Fridman "Portugiesische Assemblage - die Magie des Augenblicks"

Im Urlaub habe ich leider wenig gelesen, mag daran liegen, dass ich mir ein spanisches Buch vorgenommen habe und es wirklich sprachlich sehr anspruchsvoll ist, aber auch daran, dass die Leute in der Gruppe einfach toll waren und man eben andere Dinge zu tun hatte. 

Das erste Buch, das ich nun zu Hause zu Ende gelesen habe ist dieses hier, ein erotischer Roman:

Alesia Fridman "Portugiesische Assemblage - Die Magie des Augenblicks"




Zur Autorin:
Die deutschsprachige Autorin, die unter dem Pseudonym "Alesia Fridman" schreibt, kannte ich bereits von ihrem Buch "Mutterland - In der Hitze Afrikas", das mir gut gefallen hat, so dass ich nun auch dieses Buch gekauft habe. Sie ist in ihrem Leben viel gereist und lässt diese Eindrücke in ihre Romane einfließen.


Zum Cover:
Das Cove, das einen Sonnenuntergang zeigt, wie ich ihn dieses Frühjahr erst selbst erlebt habe, ist wunderschön. Alleine der bläuliche Rand links und unten, welcher den Namen der Autorin sowie den Titel und Untertitel des Buchs trägt, stört mich. Bestände das Cover komplett aus dem Sonneruntergangsbild, würde es einen viel schöneren und edleren Eindruck verleihen. 

Zum Buch:
Das Buch ist ein erotischer Roman, der sehr ins Detail geht und den sexuellen Akt zwischen Mann und Frau sehr ausführlich beschreibt. Die Rahmenhandlung ist dazu aber ganz nett gewählt: Eine Ärztin Mitte 30 fährt das erste Mal seit längerer Zeit wieder in Urlaub, mehr oder weniger frisch getrennt. An der Algarve in Portugal möchte sie von ihrem Beruf entspannen, gutes Essen und die Natur genießen. Schon in den ersten Tagen macht sie die Bekanntschaft mit einem der Kellner in ihrem Hotel, woraus sich eine Affäre und mehr ergibt. Gegen Ende des Buches nimmt die Geschichte noch einmal eine kurze Verlängerung, als sie sich einen Tag vor ihrer Abfahrt verletzt und von ihrem Geliebten einige weitere Tage gepflegt wird. 
Auch erfährt man in dem Buch, den ein oder anderen Aspekt über das Land, lernt kurz und knapp verschiedene kleine Dörfer kennen und bekommt einen ersten Eindruck von der Landschaft, den Sitten und dem Essen.

"Eine Assemblage - ein ganz neuer Geschmack wird kreiert, wenn verschiedene Rebsorten für einen Wein verwendet werden. Im besten Fall vereint diese Assemblage harmonisch die positiven Eigenschaften der einzelnen Rebsorten. Eine solche Assemblage entsteht, als Marlene auf Pedro trifft.

Was, wenn du ein Leben in geordneten Bahnen führst und damit zufrieden, wenn auch nicht glücklich bist? Was, weenn du einem Mann begegnest, der dich im Innersten berührt, deine Sinnlichkeit weckt und mit dem du der Magie des Augenblicks erliegst? An der bizarren Felsküste, die der Atlantik in milionenfachen Wellenschlägen an der Südküste Portugals geschaffen hat, erlebt die Ärztin Marlene dieses Abenteuer ihres Lebens. Sie tritt über eine Schwelle, die ihr die Möglichkeit eröffnet, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben." (Zitat vom Buchrücken)


Fazit:
Dieses Buch ist wieder ein sehr explizieter erotischer Roman mit ein wenig Rahmenhandlung und Landeskunde drumherum. Leider bleibt die Landeskunde dieses Mal sehr grob, man lernt zwar verschiedene Ortschaften vom Namen her kennen, da sie häufig die Überschrift eines Kapitels sind, jedoch bleibt der Eindruck nur sehr oberflächlich. Gleiches gilt für die Natur und die Landschaften. Dies hat mich, nach der Lektüre des anderen Buches von Frau Fridman, doch etwas enttäuscht. Ich selbst liebe Portugal, war als Teenager häufig an der Algarve und eben auch dieses Jahr wieder an einem anderen Ort des Landes und weiß, dass man da noch viel, viel mehr rausholen könnte. Lediglich die Fahrtstrecken der Hauptperson sind genau dargestellt, doch sind wir ehrlich: Wen interessiert, wann sie welche Autobahn nimmt, wann wo abbiegt?

Auch die erotische Geschichte an sich, ist in Teilen etwas platt. Auch hier habe ich mir mehr erwartet. Das Thema "Wette" wird, wie auch in dem anderen Buch, kurz angeschnitten und steht als Auslöser für die Affäre, was in meinen Augen sehr einfach gestrickt ist und man durchaus besser verkaufen könnte. Vor allem die Dopplung in beiden Büchern finde ich etwas enttäuschend.

Ein Punkt der mich zudem doch sehr irritiert hat, ist wie die Affäre beginnt, der erste Kuss. Das Paar sitzt in der Natur, es ist der erste Abend, die Frau wollte eigentlich distanziert sein, da sie eine Wette vermutet und sich eigentlich nicht mit einem Kellner abgeben will, als sie auf die verstorbene Frau des Kellners zu sprechen kommen. Ihn überkommen die Emotionen, er beginnt zu weinen und sie küsst ihn. Bitte? Das fand ich total unpassend und es grenzte für mich schon an Geschmacklosigkeit. Jemand erzählt, dass er vor nicht allzulanger Zeit, eine geliebte Person verloren hat und der Gegenüber nutzt diesen Moment, für einen intimen Kuss??? Nein, wirklich nicht. 

Auch andere Punkte der Rahmengeschichte, beispielsweise die Begegnung mit der Familie und die übertrieben vielen Geschenke für die Kinder des Kellners, fand ich einfach zu viel, zu einfach gestrickt, zu unwirklich. Aber das ist Geschmackssache.

Alles in allem war das Buch in Ordnung und wie man auf Goodreads entnehmen kann, habe ich ihm trotz allem drei Sterne gegeben. Doch meine Erwartungen hat es nicht erfüllt und mich in dem ein oder anderem Punkt einfach enttäuscht. Natürlich gab es auch Passagen, die mir gut gefallen haben, so dass ich das Buch eben doch gern gelesen habe, nur hatte ich mir mehr vorgestellt, in erster Linie über das Land und in zweiter auch von den erotischen Aspekten her.

Leseempfehlung:
Das Buch ist mit seinen knapp 146 eher kurz, so dass es sich gut dafür eignet dieses Genre und seine Explizitheit auszuprobieren, wenn man sich nicht sicher ist, ob es etwas für einen ist. In Bezug darauf, ob es einem die Schamesröte ins Gesicht treibt oder nicht, ist es sicherlich eine gute Probe. Wer jedoch mit dem Genre vertraut ist und eine ausgefeilte erotische Geschichte mit angemessener, sinnvoller Rahmenhandlung erwartet, könnte jedoch ein wenig enttäuscht werden. Auch wer sich, so wie ich, mehr Landeskunde erwartet - vor allem nach den tollen Eindrücken von Namibia im anderen Buch der Autorin - wird wohl enttäuscht sein. Alles in allem ist es auf Grund der Seitenzahl und des günstigen Preises eine Lektüre wert, an die man jedoch nicht mit all zu hohen Erwartungen gehen sollte.
Persönlich würde ich trotzdem auch ein nächstes Buch der Autorin in diesem Genre lesen, in der Hoffnung damit wieder mehr meinen Geschmack zu treffen.



Weitere Bücher der Autorin:
"Mutterland - in der Hitze Afrikas" (meine Rezension)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen