Mittwoch, 22. April 2015

Buchrezension: "Berlin Requiem" - Peter Huth

Irgendwie komme ich im Moment mit dem Bloggen und auch mit den Rezensionen nicht hinterher... es tut sich gerade aber auch so viel in meinem Leben... in irgendwie allen Bereichen... Ist aber schön. :)

Peter Huth "Berlin Requiem"



Zum Autor:
Peter Huth kannte ich bis zu diesem Buch noch nicht. Er ist ein deutscher Autor, Journalist und Chefredakteur und hat in der Vergangenheit mehrere Sachbücher veröffentlicht. Zudem beschäftigt er sich auch mit dem Tourmanagement einer britischen Band und ist Teilhaber eines Musik-Labels. (Informationen entnommen aus dem Buchumschlag)


Zum Cover:
Das Cover hat mich direkt in seinen Bann gezogen und war der Grund, weshalb ich das Buch vor einiger Zeit in die Hand genommen habe. Es zeigt den Fernsehturm in Berlin, dazu einen rot/blauen Himmel, der aufgrund der roten Farbe, die sich auch auf den Häusern wiederfindet, doch direkt an Blut erinnert. Es ist auf jeden Fall ein Cover, das heraussticht. Auch, dass der Name der Stadt größer gedruckt ist als der Rest, weckt die Aufmerksamkeit insofern man aus Deutschland oder vielleicht sogar aus Berlin kommt. Das Cover finde ich wirklich sehr gelungen.

Zum Buch:
Direkt vorne weg: Es ist kein Buch, das ich normalerweise lesen würde und den Vermerk im Kommentar auf dem Buchrücken, dass es um Zombies geht, habe ich auch vor dem Kauf nicht gesehen, vielleicht hätte ich es dann nicht gelesen. Es soll nicht heißen, dass es mir nicht gefallen hat, sondern, dass es ein Genre ist, das mich normalerweise nicht interessiert. Da ich jedoch diesen einen Kommentar nicht gesehen habe und der Buchrücken mich sehr angesprochen hat, ist es dann eben doch bei mir gelandet und ich bereue es nicht. Der Buchrücken sagt:

Der Tag, an dem das Ende beginnt...
Berlin im Oktober: Eine rätselhafte Krankheit ist ausgebrochen. Die Infizierten fallen in ein Komaund erwachen dann wieder - regiert vom rasenden Instinkt zu töten. Die Bevölkerung ist verunsichert: Angeblich sind nur Menschen mit Migrationshintergrund betroffen. Kreuzberg und Neukölln gelten als kontaminiert, der Senat errichtet eine Mauer um das betroffene Gebiet. In diesen dunklen Stunden erhält der Journalist Robert Truhs einen politisch hochbrisanten Hinweis, der die noch bestehende Ordnung endgültig kippen könnte...

Im Großen und Ganzen handelt das Buch also davon, dass langsam Zombies in Berlin entstehen und die Macht an sich reißen, indem sie Lebende durch Bisse in weitere Zombies verwandeln. Gleichzeitig werden jedoch die realen politischen Themen Migration, das Ansehen der Migranten in der Gesellschaft sowie das Denken und Handeln der Politiker angesprochen. Zudem werden Parallelen zum geteilten Deutschland angerissen, nicht nur durch den Mauerbau innerhalb der Geschichte sondern auch in bestimmten anderen Passagen des Buchs. Auch eine Liebesgeschichte dar natürlich nicht fehlen, wird aber nicht überspannt und bleibt in einem genießbaren Rahmen.

Fazit:
Man sollte sich bei diesem Buch nicht von den Zombies abschrecken lassen, falls diese kein Genre sind, das einer gerne liest. Ich bin froh, dass mir dies erst spät bewusst wurde, denn sonst hätte ich ein wirklich interessantes Buch verpasst. Die politischen Aspekte und Sticheleien in diesem Roman sind sehr extrem, sehr auf den Punkt gebracht und könnten dem ein oder anderen Leser übel aufstoßen, wenn man sie zu ernst nimmt. Es ist wirklich explizit und nicht gerade immer freundlich vormuliert. Ich selbst habe jedoch auch einen Migrationshintergrund und habe mich in keinster Weise angegriffen oder beleidigt gefühlt, sodass ich für mich sagen kann, dass das Thema auf eine doch sehr humorvolle Weise angesprochen und mit dem fiktiven Teil des Buches verbunden wird. Ein guter Mix aus Fiktion und Wirklichkeit, mit einer Prise Humor, Sarkasmus und fast schon politischem Kabarett.

Leseempfehlung:
Ich gebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung, auch für nicht-Zombie-Leser wie mich! Die Gesamtheit der Geschichte, der Schreibstil, der Mix an Themen ist einfach ein Leseerlebnis, das man sich gönnen sollte!

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