Mittwoch, 25. März 2015

Restaurantkritik: Poncho Villa - ein Mexikaner in Köln

Mal eine Restaurantkritik meinerseits - und eventuell demnächst immer mal wieder. Wie ich halt lustig bin. :D

Zum Geburtstag einer Freundin sind wir spontan in Köln essen gegangen. Da wir nichts geplant hatten und auch Montag Mittag unterwegs waren, haben wir das erst beste Restaurant genommen, das Google zu bieten hatte. Geeinigt hatten wir uns zuvor auf mexikanisch und gelandet sind wir im mexikanischen Restaurant "Poncho Villa" in Köln. Dort ist seit kurzem auch mittags von 11:30 bis 15:00 Uhr geöffnet und es gibt eine kleine Mittagskarte mit einer handvoll Gerichten für unter 7,-€. Die Gerichte der Standardkarte, aus der man auch wählen kann und was wir auch getan haben, liegen preislich alle darüber, zum Teil deutlich. 

Enchiladas "Mexiko City" (gefüllt mit Hähnchen, Paprika und Zwiebeln)

Das Positive vorweg: 
Das Restaurant ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und einfach zu erreichen. Es ist groß, sodass man mittags auch ohne Reservierung einen Tisch bekommt und die Portionen sind üppig, man wird wirklich satt. Geschmacklich sind sie auch in Ordnung und an Fleisch wird nicht gesparrt. Auch haben sie eine vernünftige Auswahl an mexikanischen Bieren, nicht nur Corona oder Desperados. Leider war es das auch schon und mehr, außer vielleicht noch ein klitze kleines bisschen typischer Deko und spanischer Musik, wird in Bezug auf Mexiko nicht geboten.


Nun die kleinen Stolperfallen:
Als wir nach einem typisch mexikanischen Eistee dem "Agua de Jamaica" (Hibiskuswasser) gefragt haben, hat uns der Kellner im Grunde sogar fast ausgelacht und gemeint, sie hätten nur deutsches Wasser. Worum wir eigentlich gebeten hatte, davon hatte er sehr offensichtlich nicht die geringste Ahnung. Sehr schade für ein Restaurant, das mexikanisch sein will. Zumindest sollte der Kellner wissen, wovon man spricht, auch wenn es nicht in der Karte zu finden ist. Es handelt sich dabei wirklich um nichts extravagantes und seine Reaktion war etwas unpassend.

Auch schließt das Restaurant um 15:00 Uhr, was uns nicht bewusst war und worauf wir bei einer Bestellung gegen 14:30 Uhr auch nicht hingewiesen worden sind. Man ließ uns zwar in Ruhe und ohne Hinweis auf die Mittagspause zu Ende essen, als der Kellner jedoch, weiterhin sehr freundlich, fragte, ob wir noch etwas wünschten und wir tatsächlich in Erwägung zogen, noch ein Bier zu bestellen, wurde er etwas abweisend und meinte, dass sie eigentlich schon geschlossen hätten. Da frage ich mich, warum er überhaupt gefragt hat und nicht direkt nett, aber bestimmt gesagt hat, dass man uns kein Dessert mehr anbieten können. Merkwürdig.

Zum Essen:
Wie bereits erwähnt, ist das Essen geschmacklich wirklich in Ordnung. Es sieht auch gut aus, wenn es einem serviert wird und die Portionen sind üppig, sodass man nicht hungrig wieder nach Hause geht. In den verschiedenen Enchiladas, Quesadillas, etc. wird nicht an Fleisch gesparrt. Leider sind die Gerichte, trotz ihrer schönen spanischen Namen, nicht wirklich mexikanisch. Es ist das typische TexMex Essen, das man eben in den meisten mexikanischen Restaurants bekommt. Zwar ist die Auswahl wirklich gut und ich habe definitiv schon viel schlechtere "mexikanische" Gerichte vorgesetzt bekommen, aber authentisch ist das Essen überhaupt nicht. Wer also wirklich authentisch mexikanisch Essen möchte, wird hier enttäuscht nach Hause gehen.

Da wir mit einem Mexikaner dort waren und er nach einem Blick auf die Karte und eben dem Gespräch mit dem Kellner unsere Erwartungen ans Essen heruntergeschraubt hatte, waren wir nicht zu enttäuscht, sondern mit dem Essen geschmacklich zufrieden.

Fazit:
Das Poncho Villa in Köln ist ein nettes, gut zu erreichendes TexMex Lokal, das eben auch mittags geöffnet hat, wenn andere Restaurants noch geschlossen sind und bietet dann auch für den kleineren Geldbeutel einige Gerichte. Wer also keinen Wert auf authentisches, mexikanisches Essen legt, sondern einfach den Flair und die gerollten, gefalteten und gefüllten Teigfladen mag, der kann gerne dort vorbeischauen und wird bestimmt satt werden. Wer jedoch wirklich mexikanisches Essen erwartet, der sollte es nicht auf einen Versuch anlegen.

Abschließender Tipp:
Die Nachos mit Käse und Jalapeños sind richtig gut! (Davon habe ich leider kein Foto gemacht, überhaupt habe ich zu wenig Fotos gemacht - argh.) Die Nachos machen nicht den Eindruck, als ob sie aus der Tüte kommen - wie in manch anderen Lokalen. Leider ist die Portion nicht sehr groß, sodass man beim Teilen unter vier Personen doch sparsam snacken muss. Für zwei Personen ist die Portion absolut okay und eine schöne Vorspeise. Auch abends zu einem Bier oder Drink kann ich sie mir gut vorstellen.

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